Der Neujahrsempfang des Wartburgkreises fand diesmal hoch im Norden, in Treffurt, statt: Jeder Festredner hatte auch einen Film  gebracht

Von Peter Rossbach

Treffurt. Da wurde die Normannsteinhalle zum „größten Kinosaal der Region“, freute sich der gastgebende Treffurter Bürgermeister Michael Reinz (parteilos) am Freitag zum Neujahrsempfang des Wartburgkreises. Und er hatte Recht, schließlich hatte jeder der drei Festredner nicht  nur sein Redemanuskript mitgebracht, sondern auch einen Film, der  auf der großen Leinwand zu sehen war. 

Landrat Reinhard Krebs (CDU) stellte den rund 200 Besuchern den Film vor, der als Werbung und Einladung für den Deutschen Wandertag in Eisenach entstanden ist. Reinz hatte tolle bewegte Bilder von der Stadt Treffurt parat. Sparkassenchef Tino Richter erfreute mit einem Film, in dem sich seine Mitarbeiter an ihrem Schreibtisch und dann bei ihrem ehrenamtlichen Engagent  zeigten.

Stadt und Kreisschnüren die Stiefel

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Lutherjahr 2017 und Wandertag waren  Themen der Reden. „Eisenach und der Wartburgkreis schnüren die Stiefel ...“ war das Motto des Empfanges. Das wollte  Krebs aber nicht nur als Werbung für den Deutschen Wandertag im Sommer verstanden wissen. 

In diesem Jahr stünden weitere wichtige Themen an, wobei etwa bei der Gebietsreform der Ausgang für die Region ungewiss sei. „Stadt und  Kreis schnüren aber  die Stiefel, um den Weg in eine gemeinsame Zukunft anzutreten“, so Krebs. Das sei positiv zu werten. Ansonsten aber kritisierte Krebs die Gebietsreform der Landesregierung heftig. Es sei nun beileibe nicht so, das die Kommunen nicht reformwillig seien.  „Seit Neubildung der Gemeinde Moorgrund 1994 fanden im Wartburgkreis 21 weitere Gemeinde-Neubildungen und Eingliederungen statt.“ Die verschiedenen Ausprägungen der Gebietskörperschaften  hätten eines gemeinsam: „Sie garantierten die Grundlagen unseres demokratischen Staates.“ Der derzeitige Stand der Reform sei aber erschütternd: „Ein Volksbegehren und eine Klage der Landesregierung dagegen. So sieht Hilflosigkeit mit Verhärtung der Fronten aus! Ergebnis: Politikverdrossenheit!“

Weitere Themen des Landrates waren die Flüchtlingspolitik, die Neugestaltung des ÖPNV in der Region und die Investitionen des Kreises im Jahr 2017.  Er dankte  ehrenamtlichen Helfern  und bat: „Wir wollen auch 2017 in Bewegung bleiben, wir wollen aktiv unser Leben und unseren Wartburgkreis gestalten.“

Tino Richter, Vorstandsvorsitzender der Wartburg-Sparkasse, warf nicht nur einen Blick auf die gute Bilanz des Bankinstituts (wir berichteten), sondern nahm bei der Einschätzung der internationalen Lage kein Blatt vor den Mund. So entwickele sich die Zins-Geld-Politik der Europäischen Zentralbank zu einem Fiasko: „Der Bumerang ist in der Luft, schon auf dem Rückweg und wird uns hart treffen.“ Er hoffe, dass die europäischen Wähler anders als die in den USA sich nicht den Politikern mit den vermeintlich einfachen Lösungen zuwenden.

Bürgermeister Reinz stellte die gute Entwicklung seiner Stadt vor, die derzeit eine Pro-Kopf-Verschuldung von 50 Euro habe, bei einem Landesschnitt von über 900 Euro. Im kommenden Jahr will Treffurt schuldenfrei sein. Die Stadt werde sich auch weiterhin den Herausforderungen der demografischen Entwicklung stellen. Da sei aber auch die Hilfe des Landes gefragt. Die Verschlechterung im Kommunalen Finanzausgleich sorgten dafür, das auch Treffurt die Steuern habe erhöhen müssen. „Das ist nicht förderlich, wenn es gilt, den ländlichen Raum  attraktiver zu machen.“

Der Blick nach vorn war bei alle drei Rednern optimistisch trotz aller Ungewissheiten. Für die Musik sorgten die Landeskapelle Eisenach und  die junge Sängerin Vanessa Kleinsteuber.

 

 

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