imageMit dem Ehrenteller der Stadt Treffurt wurde nun Erich Fischer ausgezeichnet. Der Schnellmannshäuser Bürger gehört zu den Männern der ersten Stunde, die nach dem Mauerfall denHeldrastein wieder für jedermann  besuchbar machten. Denn es gab Bestrebungen in Hessen, den Berg für die Öffentlichkeit weitgehend zu sperren. Besonders aus Gründen des Naturschutzes. Das sahen aber die Anwohner am Heldrastein  in Thüringen und Hessen anders.

Der 77-jährige Erich Fischer kann sich noch an seine Kindheit erinnern, wie er mit seinem Vater zur Blüte der Kirschbäume auch auf den Berg gestiegen ist. Später wurden diese Bäume abgeholzt, da an der innerdeutschen Grenze für Schussfreiheit zu sorgen war. In Erinnerung blieb auch das Gasthaus „Lohrbach“ und ein Wohnhaus im Schweitzer Stil auf dem Berg.

Seit den 1950er-Jahre wurde recht schnell der Heldrasteinabgeriegelt. Und auch Erich Fischer sah den Berg lange Zeit nur von unten. Nur einmal hatte er die Gelegenheit, in der DDR-Zeit einmal den Berg zu betreten. Da fand ein Grenzoffizier zutrauen, als Erich Fischer selbst während seines Wehrdienstes eine DDR-Uniform trug. „Ich durfte niemandem etwas sagen und erfuhr damals schon, dass man bis England den Funkverkehr hier abhörte. Da gab es die Baracken auf der Hüneburg. Und zur Kuppel vom Turm sagten wir Mohrenkopf.“

Als Angestellter beim Kraftverkehr gelang es Erich Fischer und seine Mitstreiter, eine Baubaracke aus Hessen auf den Berg zu transportieren und dort als Vereinshütte aufzustellen. Recht schnell stießen dann die Hessen zu den Thüringern und gründeten die Interessengemeinschaft „Heldrastein“. In diesem Jahr feierte die Gemeinschaft ihr 25-jähriges Bestehen

Für Erich Fischer und andere Mitstreiter gab es da Gelegenheit, sich an manche Begebenheit zu erinnern. So konnte man dank der Auflösung der Grenzkompanie in Schnellmannshausen eine nicht mehr benötigte Feldküche übernehmen, die immer noch in Betrieb ist. Im Volksmund sagt man Gulaschkanone dazu. Doch Erich Fischer spricht jetzt von einer  Feldküche aus folgendem Grund: „Ein Bürger aus dem Westen kam zu uns und wollte  Gulasch. Wir hatten aber Erbsensuppe mit Wurst. Da zeigte sich der Bürger verwundert, weil man  von einer Gulaschkanone sprach. Darum ist das jetzt unsere Feldküche.“ Beheizt wird die Anlage traditionell  mit  Holz.

 

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