Weil  man sich mit Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) zum Abschluss der Kreisbereisung am Freitag im sanierten Bürgerhaus einfand, ließ auch Bürgermeister Michael Reinz (parteilos) die erhaltenen Fördermittel nicht unerwähnt. 

 Bürgermeister und Vertreter aus der Wirtschaft wollten mit dem Landeschef ins Gespräch kommen und ihre Anliegen vortragen. Dabei spielte die Gebietsreform eine große Rolle.

 Karola Hunstock, Vorsitzende der Verwaltungsgemeinschaft Hainich-Werratal, sprach bereits beim Zwischenstopp in Wilhelmsglücksbrunn die Reform an. Auch da verwies Ramelow erneut auf die Stadt-Umland-Entwicklung. Die müsse eine Einheit bilden. Der Ministerpräsident sprach sich gegen ein Beuteverhalten aus, wenn sich die leistungsstarken Gemeinden finden und die schwachen auf der Strecke bleiben.

Ramelow ist der Meinung, dass bei allem Fleiß in den Gemeinden die florierenden Gewerbegebiete ein Stück weit der guten Lage an der Autobahn 4 geschuldet seien. In der Treffurter Gesprächsrunde wurde allgemein begrüßt, dass Ramelow verkündete, die Reform sei noch in der Diskussion. Und er versicherte, dass der Freistaat in der Pflicht sei und die Verwaltungsreform zu liefern habe.

Ramelow: „Wir müssen wissen, was braucht ein Ober-, ein Mittel- und ein Grundzentrum. Sonst haben wir freiwillige Gemeindefusionen, die möglicherweise kontraproduktiv sind. Krakengemeinden – das ist ein bekanntes Thema.“ Es gehe um Strukturen, die in 20 Jahren immer noch Bestand haben und nicht darum, nur Gebietskörperschaften zusammenzulegen.

 „Ich habe zur Kenntnis genommen, das sich die Kooperation zwischen Eisenach und dem Landkreis entwickelt.“

Dem Landeschef ist es wichtig, die Identität für die Gemeinden zu erhalten. Die Bildung einer Stadt Lahn aus Wetzlar und Gießen dereinst habe nicht gefruchtet und wurde aufgelöst. Und Ramelow hält ein Zerreißen von Kreisen aus Prinzip für nicht sinnvoll.

 Bürgermeister Bernhard Bischof (CDU) aus Hörselberg-Hainich: „Ich nehme Sie beim Wort. Aber der Eindruck den ich habe, ist ein anderer. Es geht um Zahlen und es wird in Quadrate aufgeteilt mit 6000 Einwohner.“ Ramelow: „Die Zahlen sind wissenschaftlich fundiert, aber sie sind theoretisch und nicht in Stein gemeißelt.“ Bürgermeister Martin Trostmann (parteilos) aus Marksuhl: „Die sinkenden Landeszuweisungen entsprechen nicht dem Koalitionsvertrag“. Dem stimmte Ramelow zu, aber der kommunale Finanzausgleich sei nicht dadurch zu erkaufen, dass das Land immer drauf legt. Auch darum sind effizientere Strukturen erforderlich. VG-Vorsitzende Karola Hunstock appellierte noch mal zum Überdenken der Situation von Krauthausen.