Bankschließung schlägt hohe Wellen

Unterschriftensammlung machte in Falken die Runde

Irgendwie war die Nachricht über die bevorstehende Schließung der Filiale der VR-Bank Eisenach-Ronshausen auch zu Ortsbürgermeister Falk Hunstock gelangt. Die Seniorinnen im Ort, die davon besonders betroffen sind, hatten ihn informiert und sogleich eine Unterschriftensammlung initiiert, um sie der Eisenacher Geschäftsführung zuzuleiten. Auf seine Anfrage bei der Geschäftsleitung seien die hohen Renovierungskosten ausschlaggebend für die Schließung. Auf unsere Anfrage hin, sagt Vorstandschefin Jutta Schneider, bedingen mehrere Umstände die etwas größere Gemengelage. Für Digitalisierung und Sicherheitstechnik wären allein die Investitionskosten unverhältnismäßig zur Nutzung der Räumlichkeiten. Auch die Geldpolitik auf höherer Ebene mit dem Niedrigzinsniveau spielt eine Rolle, wie auch der verstärkte Onlineverkehr vieler Kunden. Die von der VR-Bank noch betriebenen Offline-Filialen gebe es praktisch schon gar nicht mehr, was andernorts tatsächlich auch schon lange zu beobachten ist. Die Schließung der Filiale in Falken zum 30.10.2018 sei nun wirklich unumgänglich, auch wenn man wisse, dass damit ein Stück Kommunikation und Konversation in Falken verloren geht. Dass auch sie die Schließung bedauere, darf man Jutta Schneider durchaus abnehmen, weil sie sich über viele Jahre hinweg für den Erhalt der ländlichen Filialen eingesetzt hat, nun aber die Umstände zu anderen Maßnahmen zwingen. Immerhin wird die Bank für die Nutzer ein Kundenservicecenter einrichten, worüber die Kunden telefonisch ihre Anliegen regeln können. Darüber hinaus kann der Kunde kostenlos sein Bargeld aus allen Geldautomaten der VR-Bank ziehen. Für die Kunden ist das sicher schon ein Entgegenkommen, doch was nützt es der alleinstehenden Seniorin, die gar nicht erst zum Automaten gelangt, sagt Falk Hunstock. Vor allem stört den Ortsbürgermeister die Heuchelei der Politik, die in schönen Reden stets die Förderung des ländlichen Raumes propagiert. Tatsächlich aber haben viele Gemeinden schon lange keine Post- oder Bankfiliale, Gaststätte oder Einkaufsmöglichkeit mehr. Für ältere Menschen wird deren Mobilität zudem durch wegfallende Busverbindungen im ÖPNV noch weiter eingeschränkt. Schade eigentlich, sagt Hunstock, denn die durchaus vorhandene Attraktivität unserer Dörfer hätte neben anderen positiven Aspekten eben auch solche Einrichtungen verdient. Freilich unterliegt das überwiegend finanzpolitischen Aspekten, was die Politik gern als Entschuldigung benutzt. Mit der Schließung kleiner Schulen betrieb das Land selbst diese Politik in der Vergangenheit schließlich noch aggressiver. Die Belange der Bürger in den Kommunen scheinen ohnehin weit weg.  

 

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