Der Schandfleck verschwindet

Ehemaliges Kasernengebäude am Ortseingang von Schnellmannshausen wird abgerissen. Hohe Förderung des Landes

Die Zeiten, in denen das Kasernengebäude am Ortseingang von Schnellmannshausen wirklich genutzt wurde, sind lange her. Und das sieht man dem Gebäude innen und außen an – „ein Schandfleck für den Ort“, attestiert Treffurts Bürgermeister Michael Reinz (Bürger für Bürger). Nun kann der Schandfleck verschwinden. Staatssekretär Klaus Sühl aus dem Landesministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft hatte bei seinem Besuch einen Bewilligungsbescheid über exakt 434.682, 03 Euro. Damit will die Stadt das Gebäude abreißen. Leider, so Reinz, sei es nicht gelungen, auch die benachbarten Flächen mit in das Projekt einzubeziehen. So bleiben der derzeit weiter privat genutzte Garagenkomplex hinter der Kaserne stehen, so wie auch die einstige Hundeanlage des dort stationierten Bataillons der Grenztruppen. Aber der Anfang werde gemacht, sagte Klaus Sühl. Und da zeige sich, welche Vorteile die Europäische Union (EU) gerade für den ländlichen Raum habe, schließlich stammten die Fördermittel aus dem EFRE-Förderprogramm der EU. Er hofft, dass der aus diesem Programm mögliche Wettbewerb weiter durch die EU gefördert wird. Bislang seien aus diesem Wettbewerb zur „Beräumung und Revitalisierung“ von Flächen in Sieldungsgebieten rund 230 Millionen Euro bereit gestellt worden.

Die Stadt Treffurt hatte ihre Hausaufgaben gemacht, um an das Geld zu kommen. Im Integrierten Stadtentwicklungskonzept hatte die Stadt dieses Projekt bereits eingeplant. Und genau dies war dann eine wichtige Grundlage, um in den Genuss der Fördermittel zu kommen. „Damals haben wir nicht damit gerechnet, dass wir dafür ein solch hohe Förderung erhalten können“, freut sich Rathauschef Michael Reinz. Der jetzt überreichte Bewilligungsbescheid umfasst eine Summe, die immerhin 80 Prozent der geplanten Gesamtkosten von etwa 543.000 Euro abdeckt. Die Stadt steuert rund 108.000 Euro als Eigenleistung bei. Die entstehende freie Fläche soll perspektivisch zur Neuansiedlung von Gewerbe dienen. „Allerdings kann es nur ganz bestimmtes Gewerbe sein, vor allem kein lärmintensives Gewerbe. Es muss zum Standort mit der benachbarten Wohnbebauung und dem Kindergarten passen“, erklärte Michael Reinz. Rein theoretisch wäre allerdings auch eine Wohnbebauung möglich. Nach dem Abriss werde es aber wohl zunächst eine Übergangslösung geben, etwa als Abstellfläche für Lastwagen oder Busse. So sei, sagt Bürgermeister Reinz, das Verkehrsunternehmen Wartburg mobil, das den Regionalverkehr im Kreisgebiet abwickelt an einer solchen Fläche interessiert, um dort fünf oder sechs Busse abstellen zu können. In jedem Falle aber gelinge so die städtebauliche Neuordnung und die Aufwertung des Ortseingangs von Schnellmannshausen.

Peter Rossbach

TLZ-Lokalredaktion Eisenach

 

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