Es war ein arbeitsreicher und zum Teil „heißer“ Abschied, den das LF 16 TS der Treffurter Feuerwehr erlebte. 28 Jahre hat das Löschfahrzeug auf dem Buckel und leistete vor seinem Ruhestand in den Abendstunden des Dienstag (26. Januar) noch treue Dienste, Etwa am Samstag als die Brandbekämpfer aus Wanfried die Treffurter Kolleginnen und Kollegen zur Hilfeleistung nach Heldra zum Einsatz beim Brand eines Fachwerkhauses riefen. Unter den zwei Fahrzeugen aus Treffurt und em einen aus Schnellmannshausen war eben auch jenes LF 16 TS. „Da spielen Landesgrenzen keine Rolle und die Zusammenarbeit funktioniert auch in beide Richtungen“, freutt sich Trefgfiurts Wehrführer Norbert Zimmer.

Von Peter Rossbach/ Thüringer Allgemeine

Am Dienstag Abend nun fuhr Ehrenkommandant Mathias Höftmann das neue Fahrzeug höchst persönlich über die Stadtgrenzen. Ein HLF 10 (Hilfeleistungslöschfahrzeug) ist es geworden mit einigem an Zusatzausstattung. Drei Kameraden – Sebastian Zimmer, Michael Ritze und Mathias Höftmann – waren eigens zwei Tage nach Ulm gereist, um die Einweisung in den Wagen bei der Herstellerfirma und von einem Fachmann für die Ausstattung zu erhalten. Normalerweise sind mehr Wehrleute bei solch einer Einweisung mit dabei, aber mehr als drei waren coronabedingt nicht möglich.

Klar freuen sich die 35 Wehrleute (darunter sieben Frauen) der Einsatzabteilung, denn das neue Fahrzeug kann natürlich mehr als das alte LF 16. Bislang konnten sechs Kameraden aufsitzen, nun sind neun möglich. 1600 Liter Löschwasser befinden sich im Tank und es ist aufgerüstet auch um einen Rettungssatz, vor allem für Hilfeleistungen etwa bei Verkehrsunfällen, mit Spreizer, Schere und eine Rettungsboard zur Lagerung von Verletzten.

Bezahlt wurde das Fahrzeug zu 100 Prozent vom Wartburgkreis, ist aber in Treffurt stationiert. Unter dem Funkrufnamen „Florian Treffurt 43“ steht das HLF 10 aber dadurch eben nicht nur der Einsatzabteilung der Werrastadt zur Verfügung, sondern ist Teil des kreislichen Katastrophenschutzzuges „Retten Wartburgkreis“. Das bedeutet, dass das Fahrzeug samt Treffurter Besatzung regional, aber auch landes- und bundesweit zum Einsatz kommen kann. Bürgermeister Michael Reinz (parteilos) erinnert daran, dass auch das alte Fahrzeug bereits zum großen Elbe-Hochwasser 2013 zur Hilfeleistung herbeigerufen worden war.

Nun werden nach und nach auch die übrigen Wehrleute der Treffurter Einsatzabteilung in die Technik und Ausrüstung des neuen Gefährts eingewiesen. Mehrere Kameraden haben bereits den zum Fahren des HLF benötigten Führerscheins, zwei weitere sind gerader dabei, ihn zu machen. Dabei kommt ihnen eine Regelung zu Gute, die die Stadt Treffurt mit der Fusion aus Ifta übernommen hat. Die Kosten für den Führerschein (über 3000) wurden bislang gedrittelt zwischen Land, Stadt und Wehrmann. Reinz: „Nun übernimmt die Stadt Treffurt auch den Teil des jeweiligen Kameraden“.

Für den alten Wagen wird übrigens jetzt der Restwert ermittelt und dann auch mit Blick auf die anstehenden Folgekosten, wenn sich ein Abnehmer findet, verkauft.

Die Gesamtkosten des neuen Fahrzeuges beliefen sich, so die Mitteilung des Kreises, auf rund 330.000 Euro. Das Land beteiligte sich mit rund 99.000 Euro daran. Landrat Reinhard Krebs: „Das neue Einsatzfahrzeug ist ein Quantensprung gegenüber dem Vorgänger und stellt eine deutliche Verbesserung für den Schutz der Bürger dar. Die Kameradinnen und Kameraden aus Treffurt sind jederzeit ein zuverlässiger Partner als Stützpunktfeuerwehr, im Gefahrgutzug und als Bestandteil der Katastrophenschutzeinheiten des Wartburgkreises.“ 

 

HIER FOTO FW

v.l. BGM Michael Reinz, SBM David Büchner, WF Norbert Zimmer, Sebastian Zimmer, Michael Ritze, Mathias Höftmann 

Foto: Veronika Ratajczak