Tag des offenen Denkmals 2026: Treffurter Fachwerk und historische Höfe entdecken

Am Sonntag, 13. September 2026, öffnet Treffurt zum bundesweiten Tag des offenen Denkmals erneut die Türen zu besonderen Orten seiner Baugeschichte. Unter dem diesjährigen Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ lädt die Stadt zu einem abwechslungsreichen Nachmittag ein. Im Mittelpunkt stehen die historischen Amtshöfe und das außergewöhnliche Fachwerkerbe der Stadt.
Bereits im vergangenen Jahr stieß insbesondere die Fachwerk-Stadtführung auf großes Interesse. Rund 40 Gäste und Treffurter nutzten damals die Gelegenheit, vom Hotel 1601 über die Bergstraße hinauf zu den Amtshöfen zu wandern. Fachwerkjournalistin Diana Wetzestein und Franz-Josef Stützer vom Verein „Hessischer Hof e. V.“ nahmen die Besucher mit auf eine Reise durch mehrere Jahrhunderte Treffurter Fachwerkgeschichte.
An diesen Erfolg soll 2026 angeknüpft werden. Um 14.00 Uhr beginnt erneut die Fachwerk-Stadtführung. Treffpunkt ist der Parkplatz Enge Gasse am Hotel 1601. Von dort führt der Weg hinauf zu den Amtshöfen. Dabei geht es nicht allein um Jahreszahlen und Gebäude, sondern vor allem um die Besonderheiten der historischen Fachwerkkonstruktionen: traditionelle Holzverbindungen, Schmuckformen und die Entwicklung des Fachwerks von der Renaissance über Barock bis zum Historismus werden unmittelbar an den Gebäuden erläutert.
Schon die letztjährige Führung zeigte, wie viel sich an den Treffurter Fassaden entdecken lässt. Schiffskehlen, Kälberzähne, Tauband, Fachwerkrosetten, Inschriften und Hausmarken erzählen von der Kunstfertigkeit früherer Zimmerleute. Ein besonderer Blick gilt der Renaissance, die als Höhepunkt der Fachwerkbaukunst und ihrer Ausschmückung gilt. Auch Konstruktionen wie die sogenannte „Wilde-Mann-Figur“ und das für die Region bedeutsame Thüringer Leiterfachwerk werden anschaulich erklärt.
Ab 15.00 Uhr öffnen sich die historischen Höfe noch weiter: Vorgesehen sind Führungen durch den Mainzer Hof und erstmals durch das Gesindehaus und den Hessischen Hof.
Von 14.00 bis 18.00 Uhr ergänzt ein bunter Markt mit regionalen Händlern im Sächsischen Hof das Programm.
Die Amtshöfe bieten für den Tag des offenen Denkmals einen besonderen Rahmen. Hier lässt sich auf engem Raum nachvollziehen, wie eng Baugeschichte, Stadtentwicklung, Handwerk und das gesellschaftliche Leben früherer Jahrhunderte miteinander verbunden waren. Damit greift das Treffurter Programm zugleich das bundesweite Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ auf: Historische Gebäude stehen nicht für sich allein, sondern waren und sind Teil gewachsener städtischer Strukturen und sozialer Netzwerke.
Der Tag des offenen Denkmals bietet dabei auch Gelegenheit, Orte zu erleben, die im Alltag nicht oder nur eingeschränkt zugänglich sind. Die Besucher können Fachwerk aus nächster Nähe betrachten, etwas über traditionelle Handwerkstechniken erfahren und zugleich einen Eindruck davon gewinnen, welche Aufgabe mit Erhalt, Sanierung und neuer Nutzung historischer Bausubstanz verbunden ist.
Dass dieses Angebot auf großes Interesse trifft, zeigte bereits der Tag des offenen Denkmals im vergangenen Jahr. Nach der Fachwerkführung begleiteten zahlreiche Teilnehmer die Veranstalter weiter in den Mainzer Hof, um dort unter anderem historische Balken aus dem Jahr 1501 zu sehen. 2026 soll daran angeknüpft werden – mit bekannten Programmpunkten, neuen Begegnungen und vor allem mit viel Gelegenheit, Treffurts außergewöhnliches Fachwerkerbe unmittelbar zu erleben. (rb)
Programm am Sonntag, 13. September 2026
14 Uhr
Fachwerk-Stadtführung hinauf zu den Amtshöfen
Treffpunkt: Parkplatz Enge Gasse/Hotel 1601
15 Uhr
Führungen durch den Mainzer Hof und das Gesindehaus
Führungen durch den Hessischen Hof
14 – 18 Uhr
Sächsischer Hof: Bunter Markt mit regionalen Händlern
Kaffee & Kuchen
Die Fachwerkstadt Treffurt und die beteiligten Vereine und Akteure freuen sich auf zahlreiche Besucher.